Projekttage für angehende Polizist:innen in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen
Geschichte. Kontinuitäten, Verantwortung - §175 als Lernfeld für angehende Berliner Polizist:innen
Angehende Polizist:innen der Berliner Polizeiakademie besuchen die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen, um sich mit der Verfolgung von homosexuellen Menschen im Nationalsozialismus und den Auswirkungen des §175 auseinanderzusetzen. Der Projekttag bietet Raum, die Rolle der Polizei in der Vergangenheit zu verstehen und ihre Verantwortung in der heutigen Polizeiarbeit zu reflektieren. Dabei wird auch die Fortführung der Diskriminierung nach 1945 durch den §175 StGB behandelt, der weiterhin das Leben vieler homosexueller Menschen prägte. Ziel ist es, das Bewusstsein für diskriminierungssensible Arbeit im Umgang mit der LSBTI-Community zu schärfen und die Bedeutung von Menschenrechten im Polizeialltag zu betonen.
Ablauf eines Projekttages
Der Projekttag beginnt mit einem Rundgang durch die Gedenkstätte, bei dem das Schicksal homosexueller Menschen während des Nationalsozialismus beleuchtet wird. Im Anschluss folgt ein Vortrag, der die Kontinuitäten der Verfolgung nach 1945 und die Rolle der Polizei in der Nachkriegszeit thematisiert. Im dritten Modul arbeiten die Teilnehmenden mit biografischen Materialien und führen Gespräche mit Zeitzeug:innen, die von der Verfolgung durch den §175 StGB betroffen waren. Dieser Austausch ermöglicht eine vertiefte Auseinandersetzung mit den langfristigen Auswirkungen staatlicher Diskriminierung.
Der Projekttag endet mit einer Reflexion, in der die Teilnehmenden die historischen Erkenntnisse auf die heutige Polizeiarbeit übertragen und darüber nachdenken, wie sie in ihrer zukünftigen Arbeit Diskriminierung verhindern können.
Geplante Ergebnisse
Zeitzeugeninterviews mit Betroffenen sowie begleitendes didaktisches Material werden erstellt und in die Ausbildung der Berliner Polizei integriert. Diese Ressourcen sollen angehenden Polizist:innen helfen, ein reflektiertes Verständnis für diskriminierungssensible Polizeiarbeit zu entwickeln und langfristig in ihrer beruflichen Praxis anzuwenden.
Kontakt:
Sebastian Rösner
Referent EU & Europa
+49 (0)30 88412 202
» email
Kooperationspartner:
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Polizei Berlin, der Zentralstelle für Prävention beim Landeskriminalamt Berlin (LKA Präv) und der Polizeiakademie Berlin umgesetzt.
Gefördert durch:
Das Projekt wird von der Stiftung EVZ und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Rahmen des Programms JUGEND erinnert vor Ort & engagiert gefördert.
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